Interviews

Interview mit Steffi

Steffi

PN: Steffi, Du hast von 2009 bis 2014 unsere Schule besucht. Wie bist Du zur PN gekommen?
Ich bin in der neunten Klasse, also im Jahr 2009 auf die PN gekommen.
Da ich an meinem alten Gymnasium aufgrund großer Klassen, dem neu eingesetzten G8 und diverser anderer Faktoren recht unzufrieden war, guckte ich mich nach einer Alternative um. Eine Bekannte war bis zur zehnten Klasse auch auf der PN und erzählte mir von den kleinen Klassen und der doch sehr familiären Atmosphäre. Davon war ich sehr begeistert und meldete mich zu einem Gesprächstermin mit dem Schulleiter an. Als ich dort ankam fühlte ich mich irgendwie direkt willkommen. Nach dem Gespräch verabredeten wir eine Hospitationswoche kurz vor den Herbstferien, damit ich mir die Klasse, die Lehrer und den Unterricht selber anschauen konnte und auch die Lehrer sich ein Bild von mir machen konnten.

PN: Eine neue Schule, neue Mitschüler, neue Lehrer – wie ging es Dir, als Du als Hospitantin an die Schule kamst und wie waren die ersten Wochen?
Vor der Hospitationswoche war ich zuerst ziemlich aufgeregt. Ich hatte immer im Kopf, dass eine Privatschule total elitär und irgendwie abgehoben ist. Allerdings bewies sich das Gegenteil. Ich fühlte mich sehr schnell willkommen, obwohl es auch ein komisches Gefühl war in eine schon bestehende und zusammengewachsene‘ Klasse zu kommen, niemanden zu kennen und auch ein wenig ‚auf Probe‘ und ‚unter Beobachtung‘ dort zu sein. Ich war ziemlich überrascht, dass mich ein Großteil meiner Klassenkameraden sehr gut aufgenommen hat (ein paar Konflikte gibt es ja immer). Mit den Lehrern kam ich direkt sehr gut klar. Sie waren sehr interessiert und offen. Vor allem fiel mir im Vergleich zu meiner alten Schule auf, dass sie sich tatsächlich Zeit nahmen, wenn ich Bedenken hatte oder auch im Unterricht nicht ganz folgen konnte. Als ich dann nach der Hospitationswoche und den Herbstferien auf der Schule angenommen war und feststand, dass ich meinen Abschluss dort machen würde, lebte ich mich sehr schnell ein. Insgesamt waren die ersten Wochen aufregend und ich war teilweise etwas unsicher, was von mir erwartet wurde (vor allem auf den Unterricht bezogen). Diese Sorge wurde mir aber sehr schnell genommen und dafür gesorgt, dass ich meine Lücken im Unterrichtstoff aufarbeiten konnte.
Tatsächlich kann ich sagen, dass ich eigentlich gerne zur Schule gegangen bin, was vorher überhaupt nicht der Fall war.

PN: Das erste große schulische Ziel war die externe MSA Prüfung am Ende der Klasse 10. Was ist Dir besonders im Gedächtnis geblieben aus der Vorbereitungszeit? 
Wenn ich jetzt nach vier Jahren an meine MSA Prüfung zurückdenke, fällt mir als erstes ein, wie unglaublich nervös ich war. Das war die erste ‚große‘ Prüfung und dann auch noch extern, mündlich und schriftlich. Das hat mir ziemlich Angst gemacht. Ich hatte in manchen Fächern auch noch einige Lücken aufzuarbeiten und dachte, dass ich das doch unmöglich schaffen könnte.
Allerdings haben wir die Themen, die möglicherweise dran kamen, ständig wiederholt bis sie uns quasi zu den Ohren rauskamen und geübt, auch mit Angst und Bammel eine mündliche Prüfung zu bestreiten. Wir haben mündliche Prüfungen simuliert und danach die einzelnen Prüfungen besprochen, so dass jeder wusste, was er noch üben oder verbessern sollte.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir, dass die Lehrer genau wussten was auf uns zukommt und wer in welchem Fach wie unterstützt werden musste. Vor allem hatte scheinbar jeder Verständnis dafür, dass das für uns/mich eine total aufregende Sache war.
Selbst an den Prüfungstagen fuhren viele mit nach Düsseldorf und nahmen uns/mir so die größte Nervosität.

PN: Du hast nach der erfolgreichen MSA Prüfung unsere Oberstufe besucht und 2014 mit einem Notenschnitt von 1,6 ein tolles Abi gemacht. Als langjährige Schülerin, die als Schülersprecherin sicherlich auch viele „Interna“ mitbekommen hat – was hast Du besonders geschätzt an der PN?

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Celina, Steffi, Farhiya, Lars und Max im Sommer 2012

Besonders geschätzt habe ich unter anderem die kleinen Klassen. Das war schon sehr angenehm, wenn auch manchmal etwas anstrengend, weil es immer direkt auffällt, wenn man grade mal nicht dabei ist.
Wie ich vorhin schon erwähnte, half mir persönlich immer das gute Verhältnis zu den Lehrern, die, auch wenn ich zum 10.ten mal ankam und irgendwelche Sorgen oder Fragen hatte, immer für mich da waren. Natürlich gab es auch hier mal Differenzen, aber ich hatte immer das Gefühl, dass irgendwer Zeit hatte, sich mit mir auseinander zu setzen.
Außerdem wurden wir, wie schon in der zehnten Klasse, mit oftmals sehr viel Geduld auf die Prüfungen vorbereitet und für die Situationen ‚trainiert‘. Teilweise haben wir sogar in den Ferien, bzw. auch mal am Wochenende eine ‚Extraschicht‘ eingeschoben, wenn es mal etwas aufzuarbeiten gab. Das habe ich allerdings erst im Nachhinein richtig schätzen gelernt.
Ein Highlight der besonderen Art: Als Schülersprecherin vor der Cafeteria der Jüdischen Gemeinde bei der Gründung von „WIR – gegen Rechtsextremismus“, einer Schülerinitiative, die nach einer Studienfahrt nach Auschwitz entstand.

Insgesamt habe ich genau dieses recht familiäre Verhältnis geschätzt, sei es mit Lehrern, der Schulsekretärin Frau Grothe und auch größtenteils unter den Mitschülern.

PN: Und was hast Du vermisst?
Vermisst habe ich manchmal die Wahlmöglichkeit in der Abizeit. Ich hätte mir zum Beispiel mehr Wahlmöglichkeiten bei den Leistungskursen gewünscht, was aufgrund der kleinen Klasse nicht realisiert werden konnte. Trotzdem wurden wir in den Leistungskursen so vorbereitet, dass es kein Problem war, diese auch zu schaffen, obwohl man eigentlich einen anderen bevorzugt hätte.
Was ich jetzt im Rückblick noch vermisse, ist eine Mottowoche und ein Abischerz während unserer Abizeit. Das funktioniert mit nur 12 Leuten in der Klasse nicht so gut, aber es hätte schon irgendwie dazu gehört.

PN: Erzähl uns etwas über ein besonderes Highlight. Du hast schon während Deiner Oberstufenzeit studiert …

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Abschlussfeier für SchülerstudentInnen an der Universität Duisburg 2013

Ich habe an der Uni Duisburg-Essen am Schülerstudium teilgenommen. Dabei geht man einen Tag in der Woche anstatt zur Schule in die Uni und kann sich da alle Vorlesungen anschauen, die einen interessieren, und überlegen, ob das tatsächlich später einmal in Frage kommt. Ich hatte vor einige Vorlesungen wie Unfallchirurgie, Pathologie oder Zoologie zu belegen, weil das alles Dinge sind, für die ich mich interessiere.

Voraussetzung dafür ist aber, dass die Schule und die Lehrer, deren Unterricht man versäumt, einverstanden sind. Zunächst war ich ein bisschen unsicher, ob meine Lehrer das für eine gute Idee halten würden. Aber in der Schule waren alle tatsächlich sehr offen dafür und unterstützten mich. Wir überlegten, an welchem Tag ich am besten nach Essen fahren konnte und wie ich die Stunden dann aufholen kann. So bekam ich entweder durch Mitschüler oder die entsprechenden Lehrer die Unterrichtsmaterialien und konnte dann die versäumten Stunden zuhause nachholen.
Ich persönlich kann so etwas nur empfehlen, da es mir sehr viel Spaß gemacht hat und mich in meiner Entscheidung für die Zukunft sehr viel weiter gebracht hat.

Vor allem lernt man eine Menge dabei und kann mit den Studenten reden, die einem oft sehr interessante Dinge über den Alltag in dem jeweiligen Studiengang erzählen.

PN: Zum Abschluss – was hast Du in der Zukunft vor?
Nach meinem freiwilligen sozialen Jahr studiere ich ab Oktober 2015 Biochemie in Düsseldorf. Eigentlich wollte ich immer Medizin studieren, entschied mich aber im Laufe des Jahres doch für Biochemie.

PN: Steffi, wir bedanken uns für das Interview und wünschen Dir alles Gute!

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