Jubiläumsfeier der Privatschule Niederrhein e.V.

Ihr 20jähriges Bestehen feierte die Privatschule Niederrhein e.V. am Samstag, 15. Oktober 2011 im Krefelder Stadtwaldhaus. Knapp 400 Gäste – Lehrer, Eltern, aktuelle und ehemalige Schüler, Freunde und Vertreter der Stadt – waren gekommen.
Die folgenden Zeilen versuchen in kurzen Schlaglichtern einen Eindruck vom Fest…und von 20 Jahren Schule zu vermitteln. Der Autor ist sich bewusst, dass dies bei der Vielzahl der Eindrücke an diesem Abend nur unvollkommen gelingen kann.

„Am Anfang…

stand die Idee und die Überzeugung von der Notwendigkeit einer anderen, besseren Schule mit einer persönlichen und auf jeden Schüler abgestimmten Lernatmosphäre.“
Harald Henkemeyer, Elternvorstandsvorsitzender 2000 – 2006, formulierte diesen Satz in seinem Grußwort zum Jubiläum der Schule. Nach einem Abend voller Gespräche mit Schülern und Eltern, die 20 Jahre Privatschule Niederrhein e.V. geprägt haben und sechs Stunden Wiedersehen gefeiert hatten, stand fest:
Aus Idee und Notwendigkeit ist in den folgenden Jahren Realität geworden.

Begegnungen

Wichtige Reden wurden gehalten, die Bürgermeisterin schaute vorbei, Steffi, Joy und Kevin begeisterten mit ihrem Auftritt, das Stadtwaldhaus bot ein köstliches Buffet… im Mittelpunkt standen aber die Begegnungen und Gespräche mit Schülern, Eltern, Lehrern, die man oft seit über einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen hatte. Sie waren spannend, oft beeindruckend und berührend, fast immer aber …. einfach schön.
Deshalb stehen sie am Beginn … auch wenn nur einige davon geschildert werden können:

Eberhard….tauchte in vielen Gesprächen auf, denn Eberhard war einer jener Lehrer, die jede Schule braucht. Ein großes Herz, kreativ, verrückt und auch mit 60 noch voller kindlicher Begeisterung, ständiger Nutzer der U 76, für die er stets vergaß einen Fahrschein zu kaufen, klug und lebenserfahren, Kunstlehrer und Gründungsmitglied der Schule. Eberard Schweigert starb 2004 – er bleibt Teil der Privatschule Niederrhein e.V.

Abitur 2004… das „Sieger T-Shirt“ hängt als Ausstellungsstück direkt am Eingang des Stadtwaldhauses. Jeanette und Thomas stehen davor, zwei Mitglieder der Klasse, die 2004 als erste das Kunststück fertig brachte, alle Mitglieder durch die Abitur Prüfung zu bringen.
Es geht Ihnen gut – Jeanette studiert in den Niederlanden, Thomas ist Diplom-Wirtschafts-Ingenieur und Master of Business Engineering.

Kopfschütteln…das war oft die Lehrerreaktion, wenn Robert – sehr lebhaft – und Jens – sehr nachdenklich, introvertiert – sich im Unterricht für eine Partnerarbeit meldeten. Jetzt trifft man sie im Stadtwaldhaus, natürlich zusammen und – nach eigenen Aussagen – „Freunde fürs Leben“. Robert arbeitet als Bauingenieur, Jens ist Beteiligungscontroller. Er ist der einzige Schüler der Privatschule Niederrhein e.V., der an der Universität Vaduz einen Universitätsabschluss geschafft hat.

Rom….war das Ziel der Abschlussfahrt der Klasse 10 in der ersten Dezemberwoche des Jahres 2001. Traumhaft blauer Himmel und 15 Grad tagsüber, der Papst begrüßte bei seiner Privataudienz die „Pilger der Privatschule Niederrhein“, Philipp und sein Klassenlehrer schwelgen in Erinnerungen. Und dann?
Philipp: „Dann wollte ich am Abfahrtsmorgen im Bad ein Fenster öffnen, stieg dazu auf den Wasserkasten der Toilette, der riss aus der Verankerung, das Badezimmer lief voll Wasser….“
Philipp führt heute mit seiner Frau ein Hotel in Düsseldorf, in dem die Wasserkästen stabil sind.

Schorsch…war immer ein fröhlicher Schüler, der Lehrer verblüffen konnte. Für ein in der Geschichte der Schule einmaliges Erlebnis sorgte er während seiner externen Geschichtsprüfung in Düsseldorf Ende der 90er Jahre – er fragte seine Prüferin, ob er eine Anwort singen dürfte und schmetterte alsdann „Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben“ in den Raum.
Auf der Jubiläumsfeier zeigte sich: Georg kann noch heute singen.

Abschiednehmen…ist ein fester Bestandteil des Schullebens, doch manchen Abschied vergisst man nicht. Vor mehr als 10 Jahren traf es Marion – ihr (Schul)Weg trennte sich von dem ihrer Freundinnen Conny und Alexandra und der Abschied berührte nicht nur die drei Schülerinnen.
Nun gab es ein Wiedersehen im Stadtwaldhaus. Und von Abschiednehmen war keine Rede mehr.

Andrea und Annelie…gehörten zu den meinungsstärksten Kolleginnen, die je Klassenräume und Lehrerzimmer der Privatschule Niederrhein e.V. prägten. Ihrer alten Schule erwiesen sie in phantasievollem Outfit ihre Referenz – Annelie im Abi-Abschluss-T-Shirt des Jahrgangs 2006, Andrea mit bildschönem Hut (im übrigen der einzige des Abends).
Andrea Haake unterrichtet heute an einem Hildesheimer Gymnasium, Annelie Wulff an einem Berufskolleg in Krefeld. Beide reden immer noch gerne viel.

1992…starteten die Klassen der Privatschule Niederrhein e.V. zu ihren ersten Klassenfahrten, auch für den damaligen Berufseinsteiger Jürgen Plewka ein Abenteuer als Klassenlehrer seiner ersten Klasse. Auf einem Reiterhof wurde die Geburt eines Fohlens bewundert, beim Geländespiel wurde Martin im Wald „vergessen“, Sascha dezimierte jeden Abend vor dem Einschlafen erst einmal ausgiebig die Mückenschwärme, Siebtklässler Torsten spülte zum ersten Mal in seinem Leben. Groß deshalb die Freude, als kurz vor Ende der Feier sein Blick auf … Nele fiel, einziges Mädchen seiner Klasse. Nele konnte sich parout nicht daran erinnern, in wen sie sich auf der Fahrt verliebt hatte.
Jürgen Plewka stellt als Lehrer immer noch ständig Fragen. Solch peinliche aber nur ganz spät am Abend!

Verbunden…mit der Schule blieben auch nach ihrem Abschied Hannelore Nink und Andreas Rohde. Physiklehrerin Hanne, die erste und bisher einzige Rentnerin der Schule, sprang 2008 noch einmal als Begleiterin bei einer Klassenfahrt ein. Deutsch und Geschichtslehrer Andreas blieb nach seinem Schulwechsel 1996 Mitglied im Trägerverein der Schule und besucht jede Vollversammlung.
Beide freuten sich beim Jubiläum über viele Gespräche mit „alten“ Schülern und noch ältere Ex-Kollegen.

Eine Entscheidung…stand nach der erfolgreichen Abiturprüfung für Philipp an – Anfang der 2000er Konstrukteur der ersten Homepage der Schule. Der begnadete EDV-Bastler war gleichzeitig sportbegeistert und -begabt – sollte er sein Berufsleben tatsächlich vor dem Bildschirm verbringen?
Auf der Feier begegnete man einem drahtig-zufriedenen jungen Mann, der sich für den Beruf des Physiotherapeuten entschieden hatte. Philipp baut nur noch in seiner Freizeit Homepages.

Fußball…war (?) sein Leben, als Torwart seiner Klasse brachte er die Lehrermannschaft beim Fußballturnier regelmäßig zur Verzweiflung, eine Weile schien eine Profilaufbahn im Bereich des möglichen.
Im reifen Fußballalter von 19 Jahren wusste Stefan jetzt Interessantes zu erzählen. Als Landesligastammspieler beim Rheydter SV scheint der Weg in die Bundesliga schon außer Reichweite zu sein.

Katrin…kam als einzige Schülerin in zwanzig Jahren Schulgeschichte auf die Idee, ihr Betriebspraktikum in der NS Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld in der Villa Merländer zu machen. Unvergessen auch eine Geschichtsstunde zum Thema Aufklärung an einem Aschermittwoch, in der ihre Klasse die – ernsthafte – Fragestellung diskutierte, welche Position der Aufklärer Kant (Vernunft als leitendes Prinzip) zum Karneval eingenommen hätte.
Katrin studiert aktuell Publizistik in Wien. Die Stadt gefällt ihr ausgesprochen gut, die österreichische Politik hält sie für äußerst gewöhnungsbedürftig.

Ein bunter Hund…war Manuel schon als Schüler. Immer betont lässig, oft im 60er Jahre Stil, nie um einen flotten Spruch verlegen. So flog er auch – extra zur Feier – aus London ein und beglückte Ex-Klassenkameraden und Lehrer mit spannenden Erzählungen.
Manuel führte (auch) die Liebe nach England. Er studiert E-Business in London.

Wagemutig…war der Abiturjahrgang 1992. Auf den Fotos, die die Altabiturienten Elke und Stefan mitbrachten, fand man die gesamte Klasse auf dem geländerfreien Vordach der ersten Etage „freischwebend“ über dem Ostwall. Die beiden, die zu den ersten Schülern gehörten, die an der Schule einen Abschluss machten, berichteten aus einer Zeit, in der noch so manche Improvisation an der Tagesordnung war – inclusive gesundheitsgefährdender Dachausflüge.
Elke arbeitet heute als Lehrerin, Stefan ist Steuerberater.

„Wir schreiben das Jahr 1991“

So begann einer der Gründer der Schule, Kurt Goesmann, seinen Blick zurück in die Gründungsphase der Schule. Er berichtete von einer Handvoll von Eltern, die eine „andere“ Schule suchten und schließlich entschieden: „Wir gründen eine neue, private Schule in Elternträgerschaft! Gemeinnützig.“
Und davon, dass nach Monaten ehrenamtlicher Vorbereitungsarbeit am 2. September 1991 der Startschuss gegeben wurde. Mit damals 86 Schülern.

Fünf Gründer auf der Bühne

Klaus-Hermann Albers, aktueller Vorsitzender des Elternvorstands der Schule, freute sich nach diesem historischen Rückblick fünf Lehrer vorstellen zu dürfen, die schon damals dabei waren. 20 Jahre „danach“ freuten sich Karin Mathe-Esser, Elke Osthaus-Beckers, Frank Eißmann, Jürgen Plewka und Günter Kinkel über viel Applaus und anerkennende Worte.

Oberbürgermeister lobt Eltern

Der Anerkennung für die Arbeit der Lehrer der Schule folgte viel Lob für die PN Eltern. „Von Beginn an war die Identifikation der Eltern mit „ihrer“ Schule durch das gewählte Modell der Elternträgerschaft immens, was sich unter anderem in der vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern äußert.“ So die Worte des Oberbürgermeisters der Stadt Krefeld, Gregor Kathstede, dessen Grußwort Bürgermeisterin Jutta Pilat im Stadtwaldhaus vortrug.
Die 400 Zuhörer waren wie der Oberbürgermeister überzeugt, „dass noch viele Kinder und Jugendliche an der Privatschule Niederrhein e.V. einen staatlich anerkannten Schulabschluss erringen werden.“.

Schülersprecher gewohnt redefreudig

In den 90er Jahren war Ex-Schülersprecher Tobias für seine Meinungsfreude und bissigen Unterrichtsbeiträge bekannt und geschätzt. Sein Redebeitrag auf der Jubiläumsfeier blieb „altersmilde“ – fast nostalgisch erinnerte er sich und seine amüsierten Zuhörer an legendäre Skifreizeiten, bei denen man begleitende Lehrer über 1.000 Meter duzen durfte, politische Diskussionen mit Sozialwissenschaftslehrer Kinkel (Liberaler) und Geschichtslehrer Plewka (Sozialdemokrat) und den offenbar beeindruckenden Sexualkundeunterricht bei Biologielehrerin Osthaus-Beckers.

Eigenverantwortung, Mitdenken, Großfamilie

In fast allen Gesprächen mit ehemaligen Schülern hörte man: Wir haben uns damals wie in einer Familie gefühlt. Zurecht betonte Günter Kinkel, der die Schule als Direktor in den 20 Jahren ihres Bestehens maßgeblich geprägt hat, in seiner Jubiläumsrede deshalb gerade diesen Gedanken. „Es zeigt…, dass unsere Schule nicht nur ein Vermittlungsort von Wissen war und ist…, sondern vor allem auch: eine große Familie ist.“ Die „PN Familie“ dankte ihm nicht nur bei diesem Gedanken mit großem Applaus.
Als studierter Wirtschaftswissenschaftler durfte natürlich ein Ausflug in die Nationalökonomie nicht fehlen. Den Ökonomen H.K. Schneider zitierend („Wo Unternehmen – und ich ergänze ausdrücklich „wo Schulen“ – streng hierachisch geführt werden, steht es schlecht um die eigene Verantwortung“) formulierte der Direktor der Privatschule Niederrhein e.V.: „So ist es! Bei uns fühlen sich alle Lehrerinnen und Lehrer gefordert, alle denken mit. Jede Schülerin, jeder Schüler wird als persönliche Herausforderung und Aufgabe empfunden.“

There is no business…

Neben Reden und vielen, vielen Begegnungen und Gesprächen gab es noch das „Showprogramm“. Gekonnt durch den Abend führte „Showmaster“, Ex-Schüler und Mitorganisator der Feier Peter Giessmann. In zwei Musikblöcken begrüßte er zwei mutige Mädchen und einen schlagzeugernden Jungen, die vor fast 400 Zuhörern eine Probe ihres Können gaben. Steffi (Gitarre), Joy (Geige) und Kevin (Schlagzeug) begeisterten dabei das Publikum.
Auch die Siebtklässler der Schule und ihre PC Lehrerin Sabin Kozijn ernteten verdienten Applaus. In einer aufwendigen und stimmungsvollen Power Point Präsentation verdeutlichten sie insbesondere den Ehemaligen, wie sich die Privatschule Niederrhein e.V. in den letzten Jahren verändert hat und im Jahr 2011 aussieht.

Archivarisches

Direkt am Eingang zum Stadtwaldhaus hatten die PN Archivexperten Petra Müller und Frank Eißmann eine Reihe von Stelltafeln mit Fotos und „Dokumenten“ aus 20 Jahren Schulgeschichte platziert. Dabei waren neben den erwarteten Schmunzel-Effekten auch gerunzelte Stirnpartien zu entdecken: Bin ich das wirklich? Trugen eigentlich alle Lehrer Anfang der 90er Schnauzbärte? Ist das wirklich schon 20 Jahre her?…lauteten einige der Fragen. Absoluter Hingucker – die ausrangierten Trikots der ehemaligen Eishockey AG der Schule, die später noch jahrelang vom Lehrerteam bei den alljährlichen Fußballturnieren genutzt wurden. Grauenhaft!

„20 Jahre Privatschule Niederrhein“

So die große Überschrift der Rheinischen Post, die in Text und Bild am Montag danach ausführlich über die Schule und ihr Jubiläum berichtete. Sie schloss ihren Artikel mit einem Zitat des Direktors der Schule: „Wir wachsen, denn unsere Arbeit hat sich bei vielen Eltern herumgesprochen.“

Rückblick und Ausblick

Ein Riesenfest war toll organisiert…ohne viele Hände wäre es nicht möglich gewesen. Elternvorstandsmitglied Caroline Kohl verbrachte manche Stunde in der Schule, Sekretärin Gabi Grothe recherchierte in alten Adresslisten, die Kollegen Alice Kampa-Schmale, Elke Osthaus-Beckers und Richard Worts brachten Ideen und Zeit ein, Direktor Kinkel war im Festausschuss aktiv, Kaufmännische Leiterin Wiebke Meister hielt die Fäden in der Hand, Ex-Schüler Peter Giessmann war Hans Dampf in allen Gassen – zufrieden können sie und alle anderen an der Vorbereitung Beteiligten sich zurücklehnen.
Doch halt – 2016 ist schon im Blickfeld.
Ich bin sicher, die Besucher der Feier am 15. Oktober wünschen sich eine 25-Jahr-Feier!! Also, los geht’s mit der Vorbereitung….

Einblicke

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen